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Angst – der Feind des gelebten Lebens

Aktualisiert: 20. Dez 2018



Die Entwicklung der Angst ist ein hochinteressantes Phänomen und steht heutzutage in erster Reihe als Verursacher für weitere psychische Folge-Probleme. Viele Menschen, die aufgrund von bestehenden oder zunehmenden Ängsten ihre notwendigen Lebensentscheidungen nicht (mehr) treffen (können), leiden in der Folge oft an schwerwiegenden Depressionen.


Angst ist vom Grundsatz her ein lebensnotwendiges Warninstrument, das seine absolute Berechtigung hat, um sich nicht kopflos in lebensgefährliche Situationen zu begeben oder in diesen zu lange zu verharren. Eine gesunde Angst schützt unser Leben.


Angst ist der Grund, warum man seinen Kindern beibringt, die Ampel zu benutzen und sie ausserdem noch nach rechts und links schauen zu lassen, bevor sie die Strasse überqueren und Angst ist der Grund, warum man eventuell gewisse Stadtviertel in der Nacht meidet oder nur mit wachsamem Auge oder gewissen Vorkehrungen durchquert. Angst ist der Grund, warum man sich im Hochseilgarten oder im Auto anschnallt und die Haustür doppelt abschliesst.


Doch schnell kann Angst bei manchen Menschen in übermässige Kontrolle oder gar einem Kontrollzwang enden. Es wird mehrfach kontrolliert, ob die Tür auch abgeschlossen ist und vielleicht verlässt man sogar das Haus bald gar nicht mehr. Dann dient die Angst nicht mehr dem Schutz des Lebens, sondern beherrscht das ganze Leben auf eine Art und Weise, die einen normalen Tagesablauf und das Einlassen auf neue Situationen nicht mehr erlaubt. Alles und jedes wird dann hinterfragt und als mögliche Gefahr wahrgenommen.


Heutzutage müssen wir in unserem relativ geregelten Leben mit festen Behausungen kaum Angst vor wilden Tieren haben. Die Ängste sind subtiler geworden und damit schwerer greifbar. Gefahren lassen sich vermeintlich überall entdecken.


Sogar soziale Ängste sind aufgekommen. Die Angst, nicht „dazu zu gehören“ oder nicht beliebt zu sein, trifft schon Schüler in der Grundschule. Die Mehrheit der sozialen Kontakte ist oberflächlicher und wertender geworden und viele meiner Ratsuchenden wünschen sich nichts mehr als echte Freundschaften, viele leiden auch unter jahrelanger Partnerlosigkeit und zweifeln in der Folge an sich selbst, zweifeln an ihrer Attraktivität. Sie fühlen sich innerlich anders und wollen sich aber nicht mehr verstellen müssen, wollen aber auch nicht abgelehnt werden. Die Angst auf andere Menschen zuzugehen, muss ihnen immer wieder genommen werden.


Ich erlebe insbesondere, dass Menschen grosse Ängste vor jenen Veränderungen haben, die eigentlich wichtig für ihr weiteres Leben wären und dass sie dann lieber in unbefriedigenden Situation verharren, als mutig voranzuschreiten.


Die Angst vor neuen Situationen und (neuen) Menschen scheint die Angst der Ur-Menschen vor den Tieren ersetzt zu haben und oft sogar einen existenziellen Charakter anzunehmen.


Und damit ist die übermässige Angst des Menschen zu seinem eigenen Feind geworden, sowie der Mensch die grösste Gefahr für den Menschen geworden zu sein scheint.


Ein Arbeitsplatzwechsel oder sich von einem Ehepartner zu trennen, der Verlust von Freunden auf Facebook ist keine lebensbedrohliche Situation. Selbst der Verlust einer Arbeit muss heutzutage nicht lebensbedrohlich sein. Doch hat man schon Ausgrenzung oder Mobbing erlebt, dann fällt es schwerer, daran zu glauben.


Die eigene Angst blendet somit die Möglichkeit neuer Chancen aus und der Mensch scheint in seinen herkömmlichen Strukturen gefangen, unfähig, die erforderlichen Entscheidungen zur Veränderung zu treffen. Übliche Begründungen sind Befürchtungen vor Wiederholungen schlechter Erlebnisse, der Verlust finanzieller Vorteile, der gewohnten Bequemlichkeit oder des aktuellen Freundeskreises. Doch ist das die Wahrheit?


Verliert man Freunde, wenn eine Ehe oder Beziehung auseinandergeht? Sind diese Menschen überhaupt wahrhaftige Freunde gewesen, wenn sie nur dann ihre Freundschaft aufrechterhalten, wenn man sich nach ihren Vorstellungen im bestehenden Rahmen aufhält? Werden diese „Freunde“ dann nicht eher zu „Gefängniswärtern“, wenn sie ausschlaggebend dafür sind, in alten Strukturen verharren zu wollen, nur weil man ihre Gewogenheit nicht verlieren möchte.


Sind es nicht auch gerade diejenigen Menschen, die mutige Entscheidungen bei anderen verhindern wollen, diejenigen, die selbst in ihrem Leben noch niemals mutig waren oder selbst so unzufrieden sind, dass sie anderen nichts Positives gönnen?


Angst manipuliert den Menschen, jedoch auf der Basis vergangener Erfahrungen. Wenn drei Beziehungen nicht funktioniert haben, dann rät die Angst, keine vierte mehr einzugehen. Anstatt eigene Muster zu hinterfragen und zu lernen, wie man einen passenden Partner finden kann und zu vertrauen, dass der oder die richtige noch nicht dabei waren, verschliesst die betroffene Person sich vielleicht grundsätzlich vor weiteren Lernerfahrungen, indem er seine Erfahrungen generalisiert. Aus Angst vor einem eventuellen neuen Schmerz bleibt er lieber alleine und verpasst somit vielleicht die richtige Person. Selbst wenn man jemand Neues getroffen hat und diesen Menschen liebt und alles wirklich gut passt, findet die Angst dann neue Gründe, warum dies in der Zukunft vielleicht anders sein könnte und hält den Mut zu einer Veränderung klein. Vielleicht beendet man sogar vorzeitig eine chancenreiche Beziehung, nur um bloss nicht wieder verletzt zu werden.


Angst hält Menschen in ihrem Haus, um dort „sicher“ zu sein und ihr Hab und Gut rund um die Uhr bewachen zu können. Angst führt dazu, dass manche Mütter ihre Kinder fortwährend unter elterlicher Beobachtung halten.


In allen Fällen dient die Angst nicht mehr dem Überleben, sondern verhindert das eigentliche Leben.


Es braucht Mut, Offenheit und Erlebnisse zu einem glücklichen Leben, es braucht ein gewisses Mass an Freiheit zu einer gesunden Entwicklung von Geist, Körper und Seele.


Doch wenn wir erleben, dass rundherum Angst geschürt wird, in den Zeitungen und Nachrichten und sogar teilweise auch in vermeintlich wohlmeinenden Warnungen von Bekannten und Familie, dann entsteht eine Enge. Wem kann man denn heute noch vertrauen? Das Leben wird immer unsicherer, heisst es und Menschen in Angst sind nicht mehr in der Lage, sich zu öffnen und dem Leben zu vertrauen. Das Leben selbst wird zur Gefahr. Die herrschende Negativität und Angsterwartungshaltung beeinflusst die Grundfesten menschlicher Interaktionen und verhindert mögliche positive Entwicklungen, solange der Mensch noch nicht gelernt hat, sich selbst und seinem eigenen inneren Gefühl zu vertrauen.


Manipuliert durch die subtilen Ängste vor einem Weltkrieg, vor unsicheren Städten oder auch nur vor einem drohenden Einbruch oder Diebstahl, Geldentwertung oder Krankheiten richtet sich die Energie auf den vermeintlichen Sicherheitserhalt und verstärkte Kontroll-Mechanismen.


Doch wie kann man LEBEN, wenn man alles kontrolliert und neue Erfahrungen scheut.

Wie kann man glücklich sein, wenn man das unglückliche aber vermeintlich abgesicherte Leben der Chance auf ein neues Leben mit neuen Erfahrungen vorzieht. Wachstum geschieht nur durch Veränderung. Ohne Veränderung erstarrt das Leben.


Zu einer Befreiung von der Angst gehören Mut und Vertrauen.

Zu einer Veränderung gehört Loslassen der alten gewohnten Dinge und gleichermassen der alten Belastungen, um Raum zu schaffen für innere Freiheit.


Kennt Ihr dieses befreiende Gefühl, wenn Ihr es endlich geschafft habe, altes Belastendes losgelassen zu haben? Kennt Ihr diese Vorfreude und dieses offene Staunen über das Leben, wenn Ihr es endlich geschafft habt, neue Wege zu gehen? Erinnert Euch an dieses Gefühl.




Die Angst verhindert den Blick auf die Wahrheit.

Sie schürt Eure Zweifel und nimmt Euch die Klarheit.

Die Angst fesselt Euch und verschliesst Eure Herzen.

Die Wahrheit ist aber, dass alles möglich ist und nichts mehr so sein muss, wie es einmal war.


Angst ist der grösste Feind der Freiheit, der Selbstbestimmung und des Glücks.

Die Schlüssel zur Überwindung der Angst liegen in Euch Selbst, in Eurem Herzen.

Die Schlüssel sind der Glaube und das Vertrauen.


Ich begleite Euch gerne auf Eurem Weg!

Copyright Anja Rösch-Becker, HPP


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